Presseaussendung: “Elternmeinung zur Vorschulerziehung in Europa”
Wien, 11. Oktober 2009
Die European Parents’ Association (EPA) und österreichische Elternverbände hatten für 9. und 10. Oktober
2009 zu einer internationalen Konferenz „Kindergarten – Preschool-Education“ nach Wien eingeladen. Teilnehmer
aus zehn europäischen Ländern waren zusammen gekommen um sich in Vorträgen zu unterschiedlichen
Aspekten der vorschulischen Bildung1 zu informieren und die Vielfalt europäischer Kindergartensysteme
zu diskutieren.
Um trotz der sehr unterschiedlichen europäischer Schulsysteme (Einstieg zwischen 3 und 7 Jahren) einen gemeinsamen
Begriff für die diskutierten Bildungsstätten zu finden wurde der Begriff der „Vorprimarbildung“
(Pre-Primary Education) geprägt. Die Überlegungen wurden damit auf das Lernen vor der Alphabetisierung
beschränkt. Die folgenden Gedanken wurden im Rahmen der abschließenden Plenarsitzung approbiert:
Die EPA fordert, dass alle europäischen Länder die „vorprimaren“ Bildungsstätten so entwickeln, dass sie nicht
nur zuverlässige Betreuung, sondern Bildung bieten. Diese müssen allgemein und leicht zugänglich sein. Minimalstandards
in der baulichen Gestaltung und Ausstattung der Einrichtungen, vor allem aber die Aus- und
Fortbildung der professionellen Pädagog/innen müssen vereinbart und eingehalten werden. Wir sehen die
Notwendigkeit für zuverlässige Bildungspläne die dem Alter und dem Entwicklungsstand der Kinder entsprechend
gestaltet sein müssen.
Es sind alle Anstrengungen zur optimalen Unterstützung und Entwicklung jedes einzelnen Kindes zu unternehmen.
In diesem Auftrag teilen Eltern und professionelle Pädagog/innen die „Bildungsverantwortung“, sind
zur pädagogischen Partnerschaft aufgerufen. Die Stärkung beider Partner, die Schaffung von Rahmenbedingungen
zur Verbesserung von Kommunikation, Verständnis und gelebter Partnerschaft, muss als Kernaufgabe
der europäischen Bildungspolitik angesehen werden.
Eltern müssen ebenso wie Pädagog/innen verantwortlich und aktiv auf politischer und administrativer Ebene
ebenso wie in der jeweiligen Institution eingebunden sein. Es bedarf der Festlegung rechtlicher Rahmenbedingungen,
die Rechte und Pflichten sowie Entscheidungsprozesse definieren. Die EPA schließt sich den Aussagen
des NESSE-Report2 an, dass „… Ein systematischer und einheitlicher Ansatz zur frühkindlichen Bildung“ und
„…die Ernennung eines verantwortlichen Ministeriums“ in allen Ländern unerlässlich sind.
Die Nahtstellen im Bildungs-Curriculum sind als Schlüsselstellen wahrzunehmen, die an alle involvierten Gruppen
– Kinder, Eltern und professionelle Pädagog/innen – besondere Herausforderungen stellen. Die EPA sieht
es als Aufgabe der Bildungssysteme, entsprechende Konzepte und Stützprogramme zu entwickeln und umzusetzen.Die EPA ruft alle Pädagog/innen dazu auf, auf spezifische Bedürfnisse einzelner Familien einzugehen. Sozial
benachteiligte Familien und Migranten müssen in geeigneter Weise angesprochen werden um auch diese Eltern
ebenso wie ihre Kinder einzubinden und so den Grundstein für das LebensLange Lernen jedes Kindes zu
legen. Außerdem sind die besonderen Bedürfnisse von Kindern mit körperlichen Bechränkungen ebenso wie
die von besonders Begabten entsprechend wahrzunehmen.